
Startet man am Franziskusplatz Richtung Lindau, wird man vom Auto-Navi durch die Friedrichstraße gelotst. © Bernhard Glatthaar
Ein weiteres verlorenes Jahr
Auch 2025 war in der Friedrichstraße „Stillstand“ – im doppelten Sinne. Staus waren die Regel, denn das hohe Verkehrsaufkommen führte vor allem an der Einmündung der Riedleparkstraße, wo keine Ampel mehr vorhanden ist, häufig zur Verstopfung.
Auch 2025 war in der Friedrichstraße „Stillstand“ – im doppelten Sinne. Staus waren die Regel, denn das hohe Verkehrsaufkommen führte vor allem an der Einmündung der Riedleparkstraße, wo keine Ampel mehr vorhanden ist, häufig zur Verstopfung. Auch am Knoten an der Metzstraße waren Rückstaus der Normalfall.
Sowohl in der politischen Diskussion als auch beim Handeln der Stadtverwaltung gab es 2025 keine Fortschritte, obwohl die Probleme bekannt sind: Die Friedrichstraße ist mit dem hohen Kfz-Verkehrsaufkommen vor allem zwischen der Riedleparkstraße und Metzstraße überfordert.
Viele ortskundige Autofahrer nutzen weiterhin – völlig legal – die gewohnte Strecke durch die Friedrichstraße und auch Navigationsprogramme geben die Friedrichstraße als Route an. Das kann nicht funktionieren. Dass die offensichtlichen Probleme in der Friedrichstraße seit dem Umbau im Jahr 2023 ignoriert werden, offenbart das Versagen der Verkehrs- und Stadtplanung und der Kommunalpolitik!
Die Verantwortlichen scheinen sich nicht dafür zu interessieren, dass auf der Friedrichstraße der Bodensee-Radweg verläuft mit bis zu 5.000 Radlern am Tag. Bemerkenswert ist, dass der Erste Bürgermeister Fabian Müller im Februar 2025 den „Qualitätspakt Bodensee-Radweg“ unterzeichnete, der unter anderem folgende Ziele und Maßnahmen enthält:
„Entflechtung des Verkehrs: Unterschiedliche Verkehrsarten (Rad-, Fuß-, Kfz-, Lastverkehr) werden in Zukunft entlang des Bodensee-Radwegs, wo immer möglich und wo immer notwendig, getrennt voneinander geführt. Vor allem in Bereichen mit hohem Verkehrsaufkommen – egal welcher Art – sollen separate Verkehrsführungen eingerichtet werden, die den unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnissen und den unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Platzbedürfnissen gerecht werden.
Sicherheit gewährleisten: Die Sicherheitsbedürfnisse der sogenannten „schwachen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer“ werden bei der Umsetzung der Radinfrastruktur besonders berücksichtigt.“
Das Vertrauen in die Kommunalpolitik schwindet zu Recht, wenn politische Bekenntnisse und das tatsächliche Handeln so weit auseinander liegen.
Der ADFC fordert die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik auf, die Durchfahrt der Friedrichstraße zwischen der Karlstraße und Metzstraße für den privaten Kfz-Verkehr umgehend zu unterbinden. Nur so kann das Chaos beendet werden.

