Radverkehr in Oberteuringen: Neuralgische Punkte gemeinsam analysiert
Bürgermeister Ralf Messmer und Vertreter des ADFC Bodenseekreis sowie Radinteressierte diskutieren Verbesserungen an mehreren Problemstellen

Wie kann der Radverkehr in Oberteuringen sicherer und komfortabler gestaltet werden? Dieser Frage gingen Bürgermeister Ralf Messmer und der ADFC Bodenseekreis, vertreten durch die Vorsitzenden Bernhard Glatthaar und Juergen Schleinitz, sowie Frank Kulke vom Busle-Team bei einer Rundfahrt am 29. Juli 2026 nach. Dabei wurden mehrere neuralgische Punkte der Radinfrastruktur in Oberteuringen, Hefigkofen und Unterteuringen besichtigt und mögliche Verbesserungen diskutiert.
Ein Schwerpunkt lag auf der Richard-Wagner-Straße, wo die heutige Ausleitung des Radweges aus Richtung Bitzenhofen auf die Kreisstraße von allen Teilnehmern als nicht optimal bewertet wurde. Diskutiert wurden zwei mögliche Lösungsansätze: Eine Ausleitung des Radverkehrs auf die Straße am Ortseingang oder kurz vor dem Kreisverkehr. Beide Varianten sollen bei einer Verkehrsschau nochmals genauer betrachtet werden.
Auch die Unterführung bei der Spedition Vöhringer in Bitzenhofen wurde als problematisch eingestuft. Durch die Kurve ist die Sicht auf entgegenkommende Radfahrer und Fußgänger eingeschränkt. Neben einer Erneuerung des Trennstreifens und zusätzlichen Richtungspfeilen soll möglichst auch ein Spiegel angebracht werden.
In Hefigkofen standen die Planungen für eine sichere Querung der Bundesstraße im Mittelpunkt. Der neue Radweg aus Ramsenbühl soll künftig über eine sichere Querungsmöglichkeit der B 33 Richtung Süden weitergeführt werden. Die Gemeinde prüft hierzu eine Ampellösung im Bereich des Obsthofs Arnegger. Eine zusätzliche Anbindung an die Tulpenstraße sowie eine sichere Verbindung im Zuge der geplanten Straßensanierung und des barrierefreien Umbaus der Bushaltestelle sollen ebenfalls untersucht werden. Die Teilnehmer bewerteten die Planungen der Gemeinde durchweg positiv. Der ADFC hält diese neue Querung über die B 33 und die Fortführung der Route für sehr wichtig.
Handlungsbedarf besteht auch bei der Adenauerstraße am Ortseingang Oberteuringen aus Richtung Hefigkofen. Dort endet der bestehende Radweg, so dass viele Radfahrer wegen der engen Straße und des hohen Verkehrsaufkommens verbotenerweise auf dem schmalen Gehweg weiterfahren. Als mögliche Lösung wurde eine Verbreiterung und Umwandlung des Gehwegs in einen Radweg diskutiert. Dafür wäre allerdings Grunderwerb erforderlich. Die Verwaltung wird hierzu Gespräche mit dem Eigentümer aufnehmen. Auch diese Situation soll bei einer kommenden Verkehrsschau überprüft werden.
In Unterteuringen wurde schließlich die derzeitige Radwegeführung an der Raiffeisenstraße Richtung Friedrichshafen betrachtet. Radfahrer müssten laut Beschilderung die Straße mehrfach queren und teilweise auf einem Schutzstreifen entlang der Fahrbahn fahren. Insbesondere die vorhandene Querungshilfe an der Eschstraße wird wegen der späten Erkennbarkeit für Autofahrer aus Richtung Friedrichshafen als problematisch angesehen. Ein zusätzliches Schild für Kfz könnte die Sicherheit erhöhen. Zudem wurde festgestellt, dass die Beschilderung am Ende des Radwegs aus Richtung Oberteuringen nicht korrekt ist.
Die Rundfahrt zeigte deutlich, dass an mehreren Stellen Verbesserungsbedarf für die Radverkehrsführung besteht. Gleichzeitig wurden konkrete Lösungsansätze entwickelt, die nun weiter geprüft und bei den nächsten Verkehrsschauen vertieft werden sollen. Ziel ist es, die Bedingungen für Radfahrer im Gemeindegebiet Schritt für Schritt sicherer und attraktiver zu gestalten. jps