
Die Jakob-Kessenring-Straße war bis zum Umbau (Bild 2014) eine öde Durchfahrtsstraße in der Innenstadt von Überlingen ohne Aufenthaltsqualität. Radfahrer waren der Blechlawine ausgesetzt und Fußgänger drängten sich auf den zu schmalen Gehwegen. (Bild: Bernhard Glatthaar)
Ein großer Schritt nach vorne
Es ist ein Quantensprung für die Überlinger Innenstadt und auch für den Radverkehr: 2024 wurde die Umgestaltung der Jakob-Kessenring-Straße fertiggestellt und damit der Kfz-Durchgangsverkehr von Westen Richtung Landungsplatz unterbunden!
Es ist ein Quantensprung für die Überlinger Innenstadt und auch für den Radverkehr: 2024 wurde die Umgestaltung der Jakob-Kessenring-Straße fertiggestellt und damit der Kfz-Durchgangsverkehr von Westen Richtung Landungsplatz unterbunden!
Nach der Umgestaltung der Hafenstraße im Jahr 2021 ist nun ein durchgehender Straßenzug in der historischen Altstadt verkehrsberuhigt. Für den Bodensee-Radweg bedeutet dies eine erhebliche Steigerung der Attraktivität.
Wer selbst mit dem Fahrrad im Urlaub war, kennt es aus eigener Erfahrung: Die schönste Stadt bleibt nicht in bester Erinnerung, wenn man zusammen mit Autos durch unansehnliche Straßen geleitet wird. So auch in Überlingen, wo sich Radfahrer früher in eine Blechlawine einreihen mussten und für Fußgänger nur ein schmaler Gehweg vorhanden war.
Mit den hochwertigen Straßenbelägen und einer nahezu autofreien Straße wie jetzt in Überlingen nimmt man eine Stadt positiv auf und man fühlt sich willkommen.
Doch es gibt in Überlingen für die Verkehrsplaner noch an vielen Stellen genügend Arbeit, den Radverkehr sicher und attraktiv zu machen: Im Zuge des Bodensee-Radweges ist die Radweg- und Querungssituation in Goldbach noch nicht zufriedenstellend gelöst und auch die Verkehrsführung an der Einmündung des Strandweges in die Mühlenstraße ist für viele Radfahrer unklar.
Die Lippertsreuter Straße nördlich des Burgbergkreisels ist das größte Projekt für den Radverkehr, hier ist nach zahlreichen Planungsschleifen nun vor allem die Finanzierung das Problem.
Ein dauerhaftes Anliegen des ADFC ist die sichere Gestaltung von Kreisverkehren. Leider sind die vier Kreisverkehre von der Lippertsreuter Straße bis zur Hochbildstraße nicht nach dem Stand der Technik gebaut und deshalb Unfallhäufungspunkte.
Das Überlinger Radverkehrskonzept aus dem Jahr 2015 sollte in einer Fortschreibung aktualisiert werden, um die neuen Verkehrsflüsse im Zuge der B 31 neu und der Umgestaltung der Innenstadt zu berücksichtigen. Auch der zunehmende Radverkehr und die neuen verkehrsrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten sind Anlass zur Neubewertung bestehender Planungen und der Prioritäten im innerstädtischen Verkehr.
(Bernhard Glatthaar, 2025)