
Ralf Meßmer, Bürgermeister der Gemeinde Oberteuringen © Ralf Meßmer
Ralf Meßmer, Bürgermeister der Gemeinde Oberteuringen
Ralf Meßmer ist Bürgermeister der Gemeinde Oberteuringen und beantwortet Fragen von Juergen Schleinitz.
ADFC: Welchen persönlichen Bezug haben Sie zum Fahrradfahren?
Meßmer: Ich bin weder leidenschaftlicher Radsportler noch unternehme ich regelmäßig ausgedehnte E-Bike-Touren am Wochenende. Da meine Tochter nicht Fahrrad fahren kann, sieht unsere familiäre Wochenendgestaltung entsprechend anders aus. Dennoch verbinde ich sehr schöne Erinnerungen mit dem Fahrradfahren aus meiner eigenen Kindheit: Gemeinsam mit meinen Eltern habe ich längere Radtouren unternommen, sogar eine mehrtägige Rundreise durch Holland.
Heute nutze ich das Fahrrad vor allem für kürzere Wege, etwa ins Rathaus oder zum Tennistraining. Dabei schätze ich besonders die Flexibilität des Fahrrads sowie die Bewegung an der frischen Luft.
ADFC: Der Radweg an der L 204 von Hefigkofen nach Urnau kann gebaut werden! Aber es ist weiterhin keine radgerechte Querung über die B 33 in Sicht. Welche Möglichkeiten sehen Sie hier, zum Beispiel eine Querung zur Tulpenstraße, und wer kümmert sich darum?
Meßmer: Es ist sehr erfreulich, dass es uns im Sommer 2025 gelungen ist, mit allen Grundstückseigentümern entlang der geplanten Radwegtrasse eine Einigung zu erzielen. Damit steht dem Bau des Radwegs durch das Land nun hoffentlich nichts mehr im Wege. Nach Auskunft des Landes ist die Umsetzung derzeit für das Jahr 2027 vorgesehen.
Eine sichere Querung der B 33 für den dann hoffentlich zunehmenden Radverkehr wäre aus unserer Sicht wünschenswert. Mit der bestehenden Ampelanlage in Hefigkofen gibt es zumindest bereits eine Möglichkeit, die Bundesstraße sicher zu queren.
Mittelfristig zeichnen sich zwei Entwicklungen ab, die eine Verbesserung begünstigen könnten: Zum einen soll der Lärmaktionsplan voraussichtlich 2027 fortgeschrieben werden. Sollte es dabei zu einer ganztägigen Geschwindigkeitsreduzierung auf der B 33 kommen, würde dies auch die Verkehrssicherheit für Radfahrer erhöhen. Zum anderen plant der Bund für das Jahr 2029 eine Sanierung der B 33.
Im Zuge dieser Maßnahme könnte eine bauliche Lösung für eine sichere Radquerung mitgedacht und vergleichsweise kostengünstig umgesetzt werden. Wir werden dieses Thema weiterhin aktiv begleiten.
ADFC: Welche Möglichkeiten sehen Sie für eine sichere Radroute von Hefigkofen nach Ailingen? Im Gespräch ist eine Verbindung von der Adenauerstraße durch den Staffelbildweg.
Meßmer: Eine sichere Verbindung von Hefigkofen nach Ailingen halte ich vor allem über den Ortsbereich und die vorhandenen Tempo-30-Zonen für realistisch. Wie so oft sind hierfür jedoch Gespräche mit privaten Grundstückseigentümern notwendig. Ohne deren Zustimmung lassen sich die erforderlichen Radwegbreiten, wie z.B. am Staffelbildweg, nur schwer umsetzen.
Dennoch sehe ich für eine solche Lösung durchaus Chancen, sofern es gelingt, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
ADFC: Im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts 2035plus sind auch Verbesserungen für den Radverkehr im Ortsbereich Oberteuringen aufgeführt. Gibt es hierzu bereits konkrete weitere Planungen oder Projekte?
Meßmer: Im Gemeindeentwicklungskonzept 2035plus wird die Verbesserung der Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr bewusst als dauerhafte Aufgabe definiert. Konkrete Einzelmaßnahmen sind dort allerdings noch nicht festgelegt. Im Gemeinderat haben wir uns bereits mit verschiedenen Ansätzen befasst, etwa mit zusätzlichen Fahrradabstellplätzen an Bushaltestellen, abschließbaren Fahrradboxen sowie kleineren punktuellen Verbesserungen im Ortsgebiet. Auch ein Radweg in Richtung Horgenzell wäre grundsätzlich wünschenswert, steht jedoch derzeit nicht an oberster Priorität und fällt zudem in die Zuständigkeit des Landes.
ADFC: Was erhoffen Sie sich von der Zusammenarbeit mit dem ADFC?
Meßmer: Gute und tragfähige Lösungen entstehen nur dann, wenn neben verkehrstechnischen, rechtlichen und finanziellen Aspekten auch die Perspektiven der Nutzerinnen und Nutzer in die Planungen einbezogen werden. Sowohl dem Gemeinderat als auch mir persönlich ist es wichtig, bei Fachthemen auf entsprechendes Fachwissen zurückgreifen zu können.
Der ADFC bündelt als Interessenvertretung der Radfahrer umfangreiche Erfahrung und Expertise, auf die wir nicht verzichten möchten.
Eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem ADFC ist ausdrücklich erwünscht und liefert wertvolle Hinweise für fundierte und sachgerechte Entscheidungen.
Sobald es die Witterung wieder zulässt, möchten wir gemeinsam mit dem ADFC eine Gemeinderundfahrt durchführen und unsere Gemeinde aus Sicht der Radfahrer betrachten. Ich bin schon sehr gespannt auf die Anregungen, die wir dabei erhalten werden.








