Neuer „Geisterfahrer-Radweg“ nach Riedheim - ADFC Bodenseekreis

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Bodenseekreis

„Griff ins Klo“ bei der Radwegplanung: Am Schneiderkreisel geht es auf der Südseite nicht weiter zum Abzweig nach Riedheim in nur 200 m Entfernung. VCD und ADFC fordern, hier den Platz für einen zweiten Rad- und Fußweg freizuhalten. © Frieder Staerke

Neuer „Geisterfahrer-Radweg“ nach Riedheim

Im Südosten von Markdorf wurde 2025 entlang der K 7742, bekannt als „Müllstraße“, ein etwa 200 m langer neuer Rad- und Gehweg im Bereich der Baustelle der Straßenmeisterei gebaut.

Im Südosten von Markdorf wurde 2025 entlang der K 7742, bekannt als „Müllstraße“, ein etwa 200 m langer neuer Rad- und Gehweg im Bereich der Baustelle der Straßenmeisterei gebaut. Der VCD und ADFC hatten sich jahrelang dafür eingesetzt, an diesem kurzen Verbindungsstück Richtung Riedheim auch auf der Südseite einen Radweg vorzusehen. 

Der neu gebaute Weg auf der Nordseite ist zwar besser als gar keiner, doch stadtauswärts ist er wegen des Umwegs und der vielen engen Kurven wenig attraktiv. Vor allem sind Radfahrer dadurch gezwungen, die Ein- und Ausfahrt zum geplanten Neubaugebiet „Kloster­ösch­le“ linksseitig – also in der „falschen“ Fahrtrichtung – zu queren, mit einem erhöhten Unfallrisiko.

Schon vor einigen Jahren wurde vom Arbeitskreis Radverkehr der Stadt Markdorf für dieses kurze Stück vom „Schneiderkreisel“ bis zur Abzweigung nach Riedheim der Bau von beidseitigen Rad- und Fußwegen befürwortet. Es wurde dann jedoch vom Landkreis als Baulastträger nur ein einseitiger Weg geplant, weil dies billiger ist und weniger Platz benötigt. Besonders enttäuschend war, dass auf Drängen von Markdorfs Bürgermeister Riedmann im Kreistag sogar abgelehnt wurde, den Bau des zweiten Wegs im Zuge des Kreis-Radverkehrskonzepts nochmals zu prüfen. Selbst wenn angesichts knapper Kassen momentan der zweite Weg nicht finanziert werden kann, so sollten Stadt und Landkreis beim Bau von Bauhof und Straßenmeisterei zumindest den Platzbedarf für einen zweiten Weg freihalten, damit hier keine dauerhafte Schwachstelle für den Radverkehr zementiert wird. Denn künftig wird dieser Radweg erheblich mehr Bedeutung gewinnen, wenn die geplanten neuen Bahn- und Bushaltestellen bei der Firma Wagner und die im Radkonzept vorgesehenen beidseitigen Radwege zum „Turbokreisel“ gebaut werden. 

Landrat Prayon hatte vor einiger Zeit seine Begeisterung für die Fahrradstadt Kopenhagen geäußert. Für ein wirklich attraktives Radwegnetz müssen dann aber auch Lösungen ermöglicht werden, die über die heutigen Minimalstandards hinausgehen. 

Während innerorts in der Regel beidseitige Radwege gebaut werden sollen, sind außerorts normalerweise nur einseitige Radwege vorzusehen, wobei in begründeten Fällen auch beidseitige Wege möglich sind. Momentan liegt diese Strecke unmittelbar hinter dem Ortsausgang und ist somit außerorts. Mit der geplanten Bebauung im Süden und Norden der K 7742 könnte sich dies jedoch in den nächsten Jahren ändern. Dann wird man sich womöglich über die kurzsichtige Planung der Bauprojekte ärgern, falls dadurch nicht mehr genug Platz für den Bau eines zweiten Weges mehr besteht.

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An der Querung des neuen Rad- und Fußwegs über die Zufahrt zum Neubaugebiet „Klosteröschle“ muss der Radverkehr „Vorfahrt gewähren“, wie es an Kreisverkehren außerorts üblich ist.

Copyright: Frieder Staerke

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Während an der neuen Radweg-Furt am Schneiderkreisel ebene Übergänge gebaut wurden, gibt es beim neuen Kreisverkehr ca. 2 cm hohe Absätze. Das ist vor allem auf der Seite, wo gar kein Wasser geführt werden muss, völlig unnötig!

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