
Die neue Fahrradstraße (grün) führt südlich des Stadtkerns durch die Grivitenstraße, Hahnstraße, Eugenienstraße und den westlichen Schie߬stattweg. Unterbrechungen durch den Vorrangverkehr (rot) gibt es an der Gutenbergstraße und Bahnhofstraße. © VIA Köln eG
Markdorf eröffnet erste Fahrradstraße
Der ADFC hatte die lückenhaften Radverbindungen in Markdorf schon seit Jahren angemahnt, im August 2025 war es endlich soweit.
Der ADFC hatte die lückenhaften Radverbindungen in Markdorf schon seit Jahren angemahnt, im August 2025 war es endlich soweit: Auf Grundlage des Radverkehrskonzepts aus dem Jahr 2020 wurden Fahrradstraßen in der Grivitenstraße, der Hahnstraße, der Eugenienstraße sowie im westlichen Schießstattweg eingerichtet. Damit hat die Stadt Markdorf die erste wichtige innerstädtische Verbindung für den Radverkehr geschaffen – aus Kostengründen vorläufig in „kleiner“ Lösung.
Für diesen ersten Schritt der kleinen Lösung wurden die Zufahrten zu den einzelnen Abschnitten mit Beschilderung und großen markierten Piktogrammen auf der Fahrbahn verdeutlicht. Zudem wurde die Anzahl der Straßenparkplätze angepasst bzw. reduziert, der Kfz-Verkehr ist nur noch für Anlieger zugelassen. Um dem Qualitätsstandard für Radverkehrsanlagen zu entsprechen, fehlt dieser kleinen Lösung allerdings noch die Verbindung der einzelnen Segmente über die Gutenbergstraße und die Bahnhofstraße, inklusive entsprechender Vorfahrtsregelungen und Straßenmarkierungen. Der ADFC begrüßt die aktuelle Realisierung ausdrücklich und wird sich gleichzeitig für die zukünftige Komplettierung der Trasse sowie für die Entschärfung der Verbindungsstellen einsetzen.
Die Akzeptanz zur Fahrradstraße ist unter Radfahrenden sehr hoch und es deutete sich bereits in den Herbstmonaten eine Verlagerung von Radverkehr hin zu den neuen Fahrradstraßen an. Besonders für Schülerinnen und Schüler bieten die Fahrradstraßen das Potenzial für sicherere Schulwege.
Etwas weniger erfreulich sind hingegen die Rückmeldungen bezüglich des Kfz-Verkehrs: Die Zahl der Kraftfahrzeuge und deren Durchschnittsgeschwindigkeit gingen nach der Einführung demnach nur leicht zurück. Das Verbot des Durchgangsverkehrs wird offenbar weitgehend ignoriert – ein bekanntes Problem vieler Fahrradstraßen in der Anfangsphase.
Der ADFC Bodenseekreis will deshalb dranbleiben. Ziel ist es, gemeinsam mit der Stadt und den zuständigen Behörden nachzubessern, die Verbindungsstellen zu entschärfen und die Regeln der Fahrradstraße auch im Alltag durchzusetzen. Denn nur so kann aus dem guten Ansatz ein echter Sicherheitsgewinn für den Radverkehr werden.









