
Auf der Friedrichstraße Richtung Millionenschlucht staut sich der Kfz-Verkehr regelmäßig zurück. Radfahrer dürfen nicht nach rechts auf den Gehweg ausweichen. (Foto: Bernhard Glatthaar) © B. Glatthaar
Ärgernis Friedrichstraße ungelöst
Mit 2024 ging in der Friedrichstraße ein weiteres Jahr vorbei ohne eine spürbare Verbesserung für Radfahrer.
Mit 2024 ging in der Friedrichstraße ein weiteres Jahr vorbei ohne eine spürbare Verbesserung für Radfahrer. Man radelt nicht selten hinter stinkenden Pkw oder Bussen her, die erstaunlich oft die Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 20 einhalten. Oder man steht im Stau, da die Einmündung der Riedleparkstraße wegen des hohen Kfz-Verkehrsaufkommens überlastet ist und Busse nicht zügig vorankommen. Der Rückstau an der Ampel der Metzstraße Richtung Millionenschlucht blockiert manchmal sogar die Einmündung der Karlstraße.
Diese Blechlawine ist politisch von einer Mehrheit im Gemeinderat und vom Stadtforum gewollt, denn jeder Autofahrer soll durch die Friedrichstraße fahren, mit oder ohne Ziel in der Innenstadt. Auch von der Stadtverwaltung ist keine Initiative für eine Regulierung des Kfz-Verkehrs zu erwarten.
Bedenklich ist, dass einige Verbesserungsmaßnahmen, die im November 2023 vom Gemeinderat beschlossen worden waren, erst nach einem Jahr umgesetzt oder noch gar nicht begonnen wurden. Bis zum Redaktionsschluss dieser Zeitung war die Signalisierung am Knoten Friedrichstraße/Metzstraße unverändert, obwohl in der Sitzungsvorlage stand (V 00246):
„Die Steuerung wird so angepasst, dass die Fußgängersignale im Grundzustand Grün sind und KFZ nur auf Anforderung freigegeben werden. Busse können über Funktelegramme den Grünbeginn anfordern oder die Grünphase verlängern.“
Diese Änderung der Ampelschaltung ist sinnvoll, um Fußgängern Vorrang zu geben und die Durchfahrt für Kfz unattraktiver zu machen. Doch wenn diese Ampelschaltung geändert wird, verlängert sich auch die Wartezeit für Radfahrer! Um dies zu vermeiden, wäre eine Ausleitung des Radverkehrs vor der Ampel in die Fußgängerzone notwendig, dies wurde aber von der Straßenverkehrsbehörde abgelehnt.
Leider hat sich der provisorische Kreisverkehr an der Olgastraße bereits als unfallauffällig herausgestellt. Die Mehrheit der Fahrzeuge überfährt die große markierte Sperrfläche und ist dadurch zu schnell unterwegs, was sich negativ auf die Sicherheit im Kreisverkehr auswirkt.
Als Fazit ist festzuhalten: Solange die Friedrichstraße als Durchfahrtsstraße für Kfz uneingeschränkt zur Verfügung steht, wird es weiterhin zu Staus kommen und die Straße wird für den Radverkehr unattraktiv bleiben.
Ist das wirklich das erklärte Ziel der Kommunalpolitik?
(Bernhard Glatthaar, 2025)